Der Einfluss von Kriegen auf das Kollektive Unbewusste mit Weblink
von 7 Manik am 14.03.2012 um 09:40 Uhr (Bearbeitet: 14.03.2012 09:59)

 

@ Sternschnuppe: Dass die Menschen Angst vor Krieg haben ist schon klar. Du brauchst ja nur zurück schauen auf den Anfang dieses Threads, dann weißt du, wie sehr es mir vor der Vorstellung gegraust hat. Vermutlich ist das deutsche Unterbewusste voll davon – nicht umsonst spricht man im Ausland von „german Angst“. Unsere Vorfahren waren federführend an den letzten zwei Weltkriegen beteiligt – davor der Französisch/ deutsche Krieg 1870-71 – und der 30-jährige Krieg, der exakt zu Beginn des 13. Baktun begann (1618 – 1648) und exakt einen Baktun-Tag lang dauerte, ist zwar nicht mehr im Gespräch, aber er hat so einen Horror hinterlassen durch Pest, Gewalt, Hunger und Tod eines Drittels der Bevölkerung Europas, dass trotz Wiederauferstehung die psychischen Folgen sicherlich noch tief in unser Unbewusstes einwirkt.

 

Die Deutschen sind dadurch aufgewacht in der Hinsicht – wohl kein anderes Land reagiert so empfindlich auf das Wort Krieg, Armee etc. wie Deutschland – und zeigt so einen starken Willen zum Frieden. Insofern hatte es ja auch sein Gutes – abgesehen davon glaube ich, dass das deutsche Wirtschaftswunder unmittelbar damit zusammen hing. Schlechtes Gewissen, Wut und Angst wurde in Arbeitswut umgesetzt. Dank Marshall-Plan hatten wir auch das nötige Kapital zum Wiederaufbau.

 

50, 60 Jahre mindestens waren die Medien voll vom Thema 2. Weltkrieg. Bis es keiner mehr hören konnte/ wollte. Zumindest haben wir damit inneren Abstand zu dem Thema gewonnen und jegliche Art von kriegerischer Gewalt in Frage gestellt.

 

Was in der Diskussion dieser 50 Jahre jedoch verdrängt wurde: erstens, dass bis dahin, bis zu diesen zwei Weltkriegen, fanden die Menschen Kriege ganz normal. Hat man verloren, stand man wieder auf ums dem anderen das nächste Mal umso mehr zu „zeigen“. Wollte ein König mal nicht Kriege führen, sondern lieber Kunst und Architektur fördern, wie z.B. Ludwig II. von Bayern, der „Märchenkönig“, so wurde er deshalb von seinen Beratern massiv angegegriffen – und eventuell sogar beseitigt. Das Ideal des starken Mannes spiegelte sich im Großen wie im Kleinen, keiner wollte ein „Schlappsch…“ sein. Nur in Deutschland ist durch diese Aufarbeitung unserer Geschichte die männliche Kraft gebrochen und orientierungslos, kommt mir vor.

 

Das hat sich bis heute nicht wirklich geändert. In den meisten Ländern wurde diese Verherrlichung männlicher Gewalt nie wirklich in Frage gestellt. Deshalb kommt Putin auch so gut damit an. Noch viel krasser sagt es Martin van Crefeld, der israelische Sicherheitsberater und Militärhistoriker an der Universität Jerusalem war, seit 1970 bis vor Kurzem. Er schrieb etliche Bücher zum Thema Krieg und reiste in dieser Sache in viele Länder und beriet sie.

 

Was der über Krieg sagt lässt mich erschauern. Nichts dazu gelernt! Kein Wunder dass Israel dann so eine aggressive Politik betreibt, wenn sie solche Berater haben. Man muss sich das mal vorstellen, was hier los wäre, wenn ein Deutscher Professor so was sagen und an den Unis lehren würde. Auf seiner Homepage heißt es:

 

http://www.martinvancreveld.com/

War has always been a topic of deep intrigue. Fighting itself can be a source of great, perhaps even the greatest, joy; out of this joy and fascination an entire culture has grown–from the war paint of tribal warriors to today’s "tiger suits," from Julius Caesar’s red cloak to Douglas McArthur’s pipe, from the decorative shields of ancient Greece to today’s nose art, and from the invention of chess around 600 A.D. to the most modern combat simulators. The culture of war has its own traditions, laws and customs, rituals, ceremonies, music, art, literature, and monuments since the beginning of civilization.

Throughout the ages, the culture of war has usually been highly esteemed. Not so in today’s advanced countries, which tend either to mock it ("military intelligence is to intelligence what military music is to music") or to denounce it as "militaristic.

 

 

 

Da verherrlicht der Professor dieses aggressiven Landes den Krieg ungebrochen in Buchform – und darf weiter lehren! Krieg als „Kriegskultur“ zu beizeichnen, das Kämpfen als Quelle von Freude, ja vielleicht größter Freude, das seit dem Beginn der Zivilisation durch seine Faszination auf die Menschen eine eigene Kultur geboren habe und diese seit jeher hoch wert geschätzt wurde … da wundert es mich dann nicht mehr, wenn eben diese Zivilisation jetzt vom endgültigen Untergang durch Krieg bedroht ist!

 

Da wird Pazifismus als Denunziation dieser Kriegs-„Kultur“ angesehen! Ist das nicht pervers? Frauenfeindliche Bücher hat er auch geschrieben, und das zeigt mir, wie eng das verwandt ist, diese verdrehte Form der Männlichkeit.

 

 

Und wie reagiert die Welt darauf? Hätte das ein deutscher Professor geschrieben, würde er „gesteinigt“, allen voran vom Zentralrat der Juden. Schreibt es ein Israeli – wird er bejubelt. Man lese nur die Vorab-Preisungen auf seiner Homepage:

 

"This splendid volume affirms what we already know: Martin van Creveld is the most creative, most insightful, and most important military historian writing in English today."  -Andrew J. Bacevich, author of The New American Militarism: How Americans Are Seduced by War 

"For more than thirty years Martin van Creveld has been one of the world’s foremost military thinkers. In The Culture of War, van Creveld once more shows an exceptional mastery of his subject as he explores a vital but rarely acknowledged aspect of war, its deep-rooted culture. As he did in his provocative The Transformation of War, van Creveld argues against the premise that wars are fought only for political ends fails to recognize that war is also an end in itself. Van Creveld presents his case powerfully and convincingly with a rich mixture of historical and contemporary examples. Citizens and soldiers alike will find this book informative, novel, and thought-provoking."  -Lt. Gen. Paul K. Van Riper, U.S. Marine Corps (Retired)

"Martin van Creveld continues to give us insight into the many facets of war. Each time he adds another dimension, sharing his broad knowledge and brilliant analytical mind. The Culture of War brings us another step into understanding the underlying issues." -Dr. Joel P. Wyler, chairman, Granaria Holdings B.V.

 

In seinem Buch macht er offenbar klar, dass Menschen Kriege eben nicht nur aus politischen Gründen führen! In der britischen Ausgabe heißt das Buch auch nicht „Transformation des Krieges“, sondern bezeichnender Weise „Die Zukunft des Krieges“! Andere heißen „die Kunst des Krieges“ usw.

 

BOOKS

The Culture of War. Random House, 2008. Dutch & Portuguese translations forthcoming.

The American Riddle. (Russian). Irisen, 2008.

The Changing Face of War: Lessons of Combat from the Marne to Iraq. Random House, 2007. Translated into Dutch. Danish, Greek, Polish translations forthcoming.

Countering Terrorism. Ed., with K. von Knop and H. Neisser. Bertlesman, 2005.

Defending Israel. St. Martin's, 2004.

Moshe Dayan. Cassell, 2004. Translated into Portuguese, Turkish translation forthcoming.

Das Bevorzugte Geschlecht [The Privileged Sex]. Gerling Akademie, 2003. Translated into Portuguese.

Men, Women and War. Cassell, 2001. Translated into French, German, Italian.

The Art of War: War and Military Thought. Cassell, 2000. U.S edition, Smithsonian, 2005. Translated into Danish

The Rise and Decline of the State. Cambridge University Press, 1999.

The Sword and the Olive: A History of the Israel Defense Force. Public Affairs, 1998. Second Edition, 2002. Translated into French, Italian.

The Encyclopaedia of Revolutions and Revolutionaries form A to Z (Ed.) Facts on File, 1996.

Airpower and Maneuver Warfare. Air University, 1994. Translated into French, Italian.

Nuclear Proliferation and the Future of Conflict. Free Press, 1993. Translated into German, Portuguese, Russian.

The Transformation of War (British edition: The Future of War). Free Press, 1991.Translated into French, German, Russian, and Spanish. New German edition, 2004.

The Training of Officers: From Professionalism to Irrelevance. Free Press, 1989.

Technology and War: 2000 B.C. to the Present. Free Press, 1988. Translated into Greek.

Command in War. Harvard University Press, 1985. Translated into Chinese (Beijing), Greek, Serb, Swedish.

Fighting Power: German and US Army Performance, 1939-1945. Greenwood, 1982. Translated into Chinese (Taiwan), German. New German edition, 2005. New English edition, 2007.

Supplying War: Logistics from Wallenstein to Patton. Cambridge University Press, 1977. Translated into Arabic, Chinese, Hebrew, Japanese, Spanish. New Expanded Edition, 2004. New Japanese Edition, 2006.

Hitler’s Strategy 1940-1941: The Balkan Clue. Cambridge University Press, 1973.

 

 

Wundert es da noch jemand, wo ein Land solche Militärberater hat, dass dieses Land dann im Mittelpunkt aller Endzeit-Prophezeiungen als Auslöser für einen Krieg genannt wird, der eben das Ende dieser Zivilisation bedeutet? Dass das manche auch wiederum verherrlichen und als Willen Gottes ansehen finde ich ähnlich pervers – wenn die Bibel voll von Prophezeiungen bezüglich der Judenverfolgung ist, ist das für mich kein Zeichen, dass Gott das gewünscht hat oder gar „gemacht“ und daher prophezeit, wie das manche sehen:

 

 

Israel: Prophetie wird Geschichte

http://www.bibelkreis.ch/themen/isrpropf.htm

 

In meinen Augen zeigt das nur, wie vorsichtig man mit Prophezeiungen umgehen muss, damit sie sich nicht selbst erfüllen. Denn solange die Menschen sie nur mit einem 3-D-Bewusstsein lesen, beurteilen sie nur die darin vorkommenden Handlungen, ohne sich des Einflusses des Bewusstseins bewusst zu sein – und neigen dazu, das wie ein Drehbuch zu sehen, das es nachzuspielen gilt. Ver- rückt!

 

Trotzdem glaube ich, dass die Prophezeiungen gottgewollt sind – sonst wären sie nicht in allen Kulturen aufgetaucht und würden genau jetzt alle Puzzleteile beitragen für das Geschehen, das sich abzeichnet, sich zu materialisieren – falls es nicht vorher durch unser aller Bewusstsein transformiert wurde.

 

Die andere Geschichte, die übersehen wurde, sind die psychischen Spätfolgen von Kriegen. Man braucht sich nur Vietnam-Veteranen anschauen – die waren fertig fürs Leben, und dann wollte sie die amerikanische Gesellschaft nicht mehr haben, weil sie sie unangenehm an das erinnerten, was alle verdrängt haben.

 

Ich denke, unsere Aufgabe jetzt, in dieser Übergangszeit, ist, dieses Verdrängte, diese unbewussten Ängste, Hass, Rache, Angriffslust, Jagdfieber und was da sonst noch alles im kollektiven Unbewussten abgespeichert ist, was zu so solchen Büchern wie denen von van Crefeld führt, bewusst zu machen und in Liebe und Licht aufzulösen! Aber dazu muss man den Mut haben, hin zu schauen und hin zu fühlen, denn sonst wirkt das im Verborgenen auf uns alle weiterhin ein.

Lieben Gruß

7 Manik

 


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